Die Geschichte der Ortsgemeinde Berzhausen

Unsere Einwohner bestritten früher ihren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft, die ihnen ein krisenunabhängiges Dasein in den kleinen Fachwerkhäusern mit angebauten Stallungen und Scheunen bescherte. Fast jedes Haus hatte seinen eigenen Brunnen. Heute gibt es noch zwei Haupterwerbslandwirte und mehrere Nebenerwerbsbetriebe.


Im späten Mittelalter erstmals erwähnt

Foto: Gunde Maurer

„Postkartenidylle“

Im Kirchenarchiv von Schöneberg ist Berzhausen 1561 mit 5 Feuer­stellen (Häuser) vermerkt. Berz­hau­sen ist aber älter. Im Jahre 1470 wurden im Rentbuch des Schlosses von Hachenburg Abga­ben der Ranzenmühle aus Berz­hau­sen eingetragen. Diese Mühle stand auf dem Mühlenplatz, 100 m unterhalb der jetzigen Emil-Hoben-Brücke auf der rechten Wiedseite und war die Bannmühle des Kirchspiels Flammersfeld. Alle Be­woh­ner des Kirch­spiels mussten hier ihr Getreide mahlen lassen. Da in der Mühle kein Wohnraum vorhanden war, wohnte der Müller mit seiner Familie in Berzhausen. Aus dem Kirchspiel Schöneberg, links der Wied, durften die Bewohner von Berzhausen und Bettgenhausen die Mühle auch benutzen. 1684 wurde die Mühle durch einen Brand völlig zerstört und in Strickhausen neu aufgebaut.


Strickhausen wurde 1432 zuerst urkundlich in einem Dokument über die Einführung eines Pfarrers der Kölner Diözese erwähnt. Die Urkunde befindet sich im Fürstlich Wiedischen Archiv zu Neuwied.


Neuere Geschichte

Foto: Gunde Maurer

Der Zeppelin über Strickhausen

Im Jahre 1817 betrug die Ein­wohnerzahl in Berzhausen 51 und in Strickhausen 41 Personen.


1848 vereinbarte Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Ablösung einer jährlichen Holzlieferung und eines Frondienstes der Flammersfelder Pfarrgemeindemitglieder an den „Erbbeständer der Strickhäuser Bannmühle“ durch Zahlung einer einmaligen Ablösesumme von 1570 Thaler.


Da noch keine Brücke über die Wied führte, mussten Fuhrwerke in Furten die Wied durchqueren. Es war der Amtsbürgermeister Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der den Brückenbau zwischen Berzhausen und Strickhausen in den Jahren 1850-1852 veranlasste.


Seit 1870 wird eine Schule in Berzhausen und seit 1865 in Strickhausen erwähnt.


Das erste öffentliche Telefon wurde 1916 installiert. 1920 erfolgte die Versorgung des Ortes Berzhausen mit Lichtstrom von der Mühle in Strickhausen. Der Ort Strickhausen wurde 1922 an das überörtliche Stromnetz des EWS angeschlossen, dem 1927 Berzhausen folgte. Nun konnten auch Drehstrommotoren betrieben werden, was vorher nicht möglich war.


Strickhausen wurde am 01.04.1939 nach Berzhausen eingemeindet.


Von 1953 bis zur Einstellung des Schienenpersonenverkehrs auf der Strecke Altenkirchen – Siershahn im Jahre 1984 gab es einen Haltepunkt der Bundesbahn in Berzhausen.